Ökologisches Gleichgewicht

Das ökologische Gleichgewicht ist kein Kartenhaus, welches zusammenfällt, wenn man eine darauf sitzende Fliege zerpatscht.


Max Goldt

Schweine

I am fond of pigs.
Dogs look up to us. Cats look down on us.
Pigs treat us as equals.

Ich mag Schweine.
Hunde sehen zu uns auf. Katzen sehen auf uns herab.
Schweine behandeln uns als Gleichwertige.


Winston Churchill
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Politiker

Die politische Kaste muss ihre Existenzberechtigung beweisen, indem sie etwas macht. Weil aber alles, was sie macht, alles viel schlimmer macht, muss sie ständig Reformen machen, das heißt, sie muss etwas machen, weil sie etwas gemacht hat. Sie müsste nichts machen, wenn sie nichts gemacht hätte. Wenn man nur wüsste, was man machen kann, damit sie nichts mehr macht.


Roland Baader

Antworten

Du kannst nur beten,
dass du nicht irgendwann glaubst,
auf alles 'ne Antwort zu haben. 

Denn das ist Schwachsinn.

Das Geheimnis ist, dass dein Leben
ohne Antworten funktioniert.


Vielleicht.


Keanu Reeves in Thumbsucker

Ein Neger mit Gazelle zagt im Regen nie!

Darf man „Neger“ sagen? Oder singen? Diese Frage wurde beim Deutschen Kinderlied-Kongress in Hamburg aufgeworfen, zu dem es schon im Vorfeld einen Kinderliederwettbewerb zum Thema „Toleranz“ gab. Ich sollte dazu auch einen kleinen „Impuls“ geben. Er durfte, wie mir versichert wurde, getrost ein wenig scharf sein – wie Löwensenf, den man dazugibt. Das habe ich gerne getan. Ich hatte mir dazu den Artikel „Dünkel und Empörung“ aus der Süddeutschen Zeitung von Andrian Kreye ausgedruckt und mich, wie Tarzan von Liane zu Liane schwingend, von Zitat zu Zitat durch den Text hindurchgehangelt. Gleich zu Anfang heißt es da:

Nun könnte man die drei Diskurse (gemeint sind die aktuellen gesellschaftlichen Diskurse über Antisemitismus, Sexismus und Rassismus) jeden für sich mit einer einfachen Grundregel der Höflichkeit beiseitefegen: Es geht nie darum, wie man Ressentiments definiert, sondern wie sie empfunden werden.“

Sorry: Das ist zu einfach. Die Liane reißt. Die Empfindungen eines anderen, die ich erst erahnen muss, kann ich nicht für mich zum Maßstab machen. Ich kenne doch die Empfindungen nicht. Ich würde, wenn ich mich nach der Kreye-Formel richten wollte, nicht die tatsächlichen Empfindungen des anderen zur Leitlinie meines Verhaltens machen, sondern meine Vorurteile und Mutmaßungen, die ich über seine Empfindungen habe. Ich müsste außerdem glauben, dass es echte und nicht nur behauptete Gefühle sind. Deshalb finde ich die „einfache Grundregel“ einfach nur falsch: Ich kann mich nicht danach richten, weil mir die Empfindungen anderer fremd sind. Und obendrein sollte – und will – ich mich auch nicht danach richten, weil es doch nur „Empfindungen“ sind.

Erziehung und Langeweile

Wo ist eigentlich die gute alte Erziehung zu totaler Langeweile geblieben? Wenn die Eltern uns mal zu einem Besuch mitnahmen, wo wir zwei Stunden unsere Bedürfnisse zurückstellen mussten und es nur todlangweilige Erwachsenengespräche gab, dann war das eben so. Wir konnten in dieser Zeit unseren Gedanken nachhängen, träumen, spinnen und beobachten. Wie wichtig das war, war uns natürlich nicht bewusst. Wenn wir uns als Kinder zusammen langweilten, was selten genug vorkam, dann brachten wir eben sämtliche kreativen Kräfte hervor und ließen uns was einfallen. Wir brauchten dazu höchsten ein Seil, ein paar Bälle, Zweige oder einen Sandhaufen. Quasi wie die Neandertaler.

Heute sollte Langeweile eine neue Wertschätzung erfahren: Mit ihr ließe sich der dauerzappelnde, grenz-autistische, egomanische und konzentrationsdefizitäre Nachwuchs mal wieder runter fahren. Preiswert, nachhaltig, konfessionsübergreifend, biologisch abbaubar und ganz ohne Ritalin.


Antje Sievers

Business: Wie? Wann!

Business is like chess,
the hard part is not knowing
how the pieces move,
the hard part is
knowing when to move them.

Unternehmensführung ist wie Schach,
der schwierige Teil ist nicht
wie die Figuren bewegt werden,
der schwierige Teil ist
wissen wann man sie bewegt.


Paul Graham

Postmoderne

Wie wird man die heutige Zeit eines Tages nennen? Die Epoche der Ängstlichkeit? Das Zeitalter der Selbstbeschränkung? Den Abschied von der Aufklärung? Neo-Romantik? Ökologismus? Vielleicht bleiben die künftigen Geschichtsbücher bei dem Begriff „Postmoderne“, der bereits seit den 80er Jahren geläufig ist. Er trifft die Empfindungen und Empfindlichkeiten des frühen 21. Jahrhunderts recht genau. Der Westen - so die Postmodernismus-These - verabschiedete sich vom Projekt der Moderne, welches sich in vieler Hinsicht selbst diskreditiert hat. Doch statt über die Moderne hinauswachsen zu wollen in eine vielleicht bessere oder zumindest offene Zukunft, pflegen die Eliten Wunschbilder aus einer romantisierten vorindustriellen Vergangenheit.
 
Alternativlos ist dieser Zeitgeist nicht. Eine Gesellschaft, die ihre Lektionen in Sachen Krieg, Intoleranz, technische Hybris und Umweltrisiken gelernt hat, könnte sich durchaus zutrauen, mit reflektiertem Fortschrittsoptimismus nach vorne zu blicken. Aber eine solche Sichtweise wird in Deutschland als unverantwortlicher „Machbarkeitswahn“ betrachtet. Ob der postmoderne Zeitgeist sich als zukunftsfähig erweist, kann die nächste Generation besser beurteilen. Sie wird unseren Jahrzehnten einen Namen geben, wenn längst ein neuer Zeitgeist herrscht. Denn im Gegensatz zu den Geistern in alten englischen Schlössern sind Zeitgeister sterblich.
 

Michael Miersch

Wissenschaftlichkeit

Wissenschaftlichkeit: Das heißt zu wissen,
was man weiß und was man nicht weiß.
Unwissenschaftlich ist alles totale Wissen, als
ob man im Ganzen Bescheid wüsste.


Karl Jaspers