Die Seele des Fußballs

Union Berlin - Präsident Dirk Zingler spricht im Interview über die besondere Anziehungskraft seines Vereins.

Union geht neue Wege im Profi-Fußball, denn in Zukunft sollen Anhänger und Sponsoren Stadionaktien erwerben. Vereinspräsident Dirk Zingler ist für eine „sinnvolle Kommerzialisierung“ und spricht im Interview mit der Berliner Zeitung über die gegenwärtige Fußballkultur.

Das alte Forsthaus steht an der Wuhlheide. Die Wände sind weiß, die Fensterläden sind rot gestrichen. „Eisern Union“ steht am Tor. Unter dem Dach des alten Forsthauses hat Dirk Zingler sein Büro, der Präsident des 1. FC Union. Er sitzt auf einem schwarzen Ledersofa, raucht Marlboro und zeigt auf ein Poster, das der Verein gerade drucken lässt. Von der Seele des Vereins ist auf diesem Poster die Rede.

Herr Zingler, wie sieht denn die Seele des 1. FC Union aus?

Tja, ich weiß gar nicht, ob Seelen irgendwie aussehen. Ich kann Ihnen aber sagen, wo sich die Seele unseres Vereins befindet. Nämlich hier in der Alten Försterei. Unser Stadion ist die Seele. Hier kommen die Fans hin. Um ihre Mannschaft zu sehen, um zu singen und zu feiern. Dieses Stadion ist ihr Zuhause.

Ein Zuhause, dass sich die Fans selbst eingerichtet haben.

Ja, das begann vor dreieinhalb Jahren. Mehr als zweitausend Fans haben dann dreihundert Tage in mehr als 140.000 Stunden dieses Stadion aufgebaut. Mehr muss man vielleicht gar nicht sagen, um das Verhältnis der Fans zu diesem Verein zu beschreiben. Ich habe in dieser Bauzeit Hunderte Leute kennengelernt. Wir haben zusammen geredet und zusammen gearbeitet. Ich habe da erst richtig begriffen, welche Bedeutung dieser Ort für die Menschen hat. Hier hat die Union-Fußballkultur ihre Heimat.

Was ist so besonders an ihrem Stadion?